Altersbedingte Makuladegeneration

Altersbedingte
Makuladegeneration (AMD).

  • Welche Bedeutung hat die Makula für das Sehen?
    • Die Makula (auch gelber Fleck) ist die medizinische Bezeichnung für die Netzhautmitte, die auch die Stelle des schärfsten Sehens ist. Hier wird immer das abgebildet, was wir gerade direkt ansehen, also fixieren. Die weniger deutlich wahrzunehmende Umgebung des Fixierten wird auf die Netzhautbereiche außerhalb der Makula projiziert. Deshalb haben wir ein großes Gesichtsfeld, jedoch nur einen relativ kleinen zentralen Bildausschnitt, mit dem wir scharf sehen.
  • Wie entstehen die Bilder, die wir sehen?
    • Der Vergleich mit einer Fotokamera wird den sehr viel komplizierteren Vorgängen im Auge und dem Sehzentrum im Gehirn zwar nicht gerecht, doch er hilft, sie besser zu verstehen. Durch die Pupille (die Blende) und die Augenlinse (Linse der Kamera) fällt das Licht auf die Netzhaut (Film). Die Netzhaut oder Retina ist die innere der drei Schichten, die den nicht sichtbaren, größten Teil des Augapfels umgeben. Unmittelbar hinter der Netzhaut liegt die für deren Ernährung wichtige Aderhaut, und die äußerste, schützende Hülle bildet die Lederhaut.

      Die Netzhaut, die bei unserem Vergleich dem Film in der Kamera entspricht, enthält Millionen von Sinneszellen. Diese werden von den einfallenden Lichtstrahlen gereizt und diese Reize leitet der Sehnerv zum Sehzentrum im Gehirn weiter. Erst dort nehmen wir sie als Bilder wahr. Während der Film in der Kamera überall die gleiche Lichtempfindlichkeit hat, ist die der Netzhaut unterschiedlich.

      Die Makula, der ovale, etwa 2 mm große Bezirk in der Netzhautmitte, enthält die meisten Zapfen. Das sind die empfindlichsten Sinneszellen des Auges. Nur sie befähigen uns zu scharfen Bildwahrnehmungen und zum Erkennen von Farben.

      Vom Rand der Makula nach außen hin nimmt der Anteil der Stäbchenzellen zu. Sie werden vor allem in der Dämmerung aktiv und ermöglichen sogar die Orientierung, wenn es nahezu dunkel ist. Die Funktion der Stäbchen bleibt von Veränderungen der Makula unberührt, darum behalten Patienten mit altersbedingter Makuladegeneration in aller Regel ihr Orientierungsvermögen.
  • Welche Verlaufsformen gibt es?
    • Sehr viele Menschen sind heute von der altersbedingten Makuladegeneration betroffen. In früheren Generationen trat sie wesentlich seltener auf. Das liegt aber nicht daran, dass unsere Vorfahren gesünder lebten, sondern daran, dass wir länger leben. Je älter wir werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir an einer Makuladegeneration erkranken und unsere zentrale Sehschärfe verlieren.

      Welche Einflüsse dafür verantwortlich sind, konnte bis heute noch nicht endgültig geklärt werden. Nach neueren Erkenntnissen der Ursachenforschung ist die altersbedingte Makuladegeneration keine unmittelbare Folge von Durchblutungsstörungen der Aderhaut. Darum könnten auch durchblutungsfördernde Medikamente weder die Sehschärfe verbessern noch den Krankheitsverlauf beeinflussen. Ebenso wenig kann diese Krankheit selbstverschuldet sein - etwa durch eine "unvernünftige" Lebensweise. Neue wissenschaftliche Ergebnisse belegen, dass die Umwandlung von Lichtreizen in den Sinneszellen ein fotochemischer Prozess ist, dessen Abfallprodukte vom Auge entsorgt werden müssen. Es hat den Anschein, als würde das Auge im höheren Lebensalter damit nicht mehr fertig werden. Dafür, dass das Licht ein wichtiger Faktor für das Entstehen einer altersbedingten Makuladegeneration ist, spricht die Tatsache, dass Menschen mit hellen Augen häufiger an dieser Makuladegeneration erkranken als Menschen mit dichter pigmentierten Augen.

      Die altersbedingte Makuladegeneration hat zwei unterschiedliche Verlaufsformen. Die weitaus häufigere Form ist die "trockene" altersbedingte Makuladegeneration mit ganz allmählicher Sehverschlechterung. Gelegentlich tritt auch über längere Zeit ein Stillstand ein, so dass manche Patienten mit optischen oder elektronischen Hilfsmitteln noch bis ins hohe Alter lesen können. Wirksame Medikamente oder eine andere Behandlungsmethode gibt es trotz weltweiter intensiver Forschung zur Zeit leider nicht.

      Bei der "feuchten" altersbedingten Makuladegeneration führt die flüssigkeitsbedingte Schwellung der Netzhaut zu einer Verzerrung des auf der Netzhaut entworfenen Bildes, so dass für den Patienten als erstes Anzeichen Linien gerader Objekte, wie z.B. des Fensterrahmens, "verbogen" erscheinen. Da aber diese Schwellungszeichen von den Patienten nicht immer rechtzeitig bemerkt werden, und die Krankheit rasch fortschreiten kann, ist eine ständige Beobachtung der Patienten durch den Augenarzt unerlässlich. Die Schwellung der Netzhaut wird durch Blutgefäße verursacht, die krankhafterweise aus der Aderhaut in die Netzhaut einwachsen und dort die Sinneszellen zerstören. Sind diese neugebildeten Gefäße noch nicht allzu sehr ausgebreitet, können sie durch die Behandlung mit Laserstrahlen verödet und der Krankheitsverlauf dadurch wesentlich verlangsamt werden.

      Eine trockene altersbedingten Makuladegeneration kann jederzeit in eine feuchte Verlaufsform übergehen. Darum ist die ständige Beobachtung durch den Augenarzt unerlässlich. Die Chancen, mit Hilfe des Lasers einen dramatischen Abfall der Sehschärfe zu verhindern, sind am größten, wenn die aus der Aderhaut einsprießenden Gefäße noch keinen für den Patienten erkennbaren Schaden angerichtet haben.
  • Wie sind die ersten Symptome?
    • Die altersbedingte Makuladegeneration verursacht keine Schmerzen. Die ersten Anzeichen machen sich meist beim Lesen bemerkbar. Mitten im Schriftbild, dort, wo der Patient gerade hinschaut, ist ein verschwommener Fleck. Anfangs fehlen nur wenige Buchstaben, doch mit der Zeit wird dieser Fleck größer. Im späteren Stadium der Krankheit kann der Patient auch Gesichtszüge nicht mehr erkennen. Was aber in den meisten Fällen erhalten bleibt, ist das Sehen von schemenhaften Umrissen und Kontrasten, d.h. der Patient wird nicht blind.
  • Gibt es eine Behandlung?
    • Ob eine Behandlung bei Ihnen möglich ist, hängt von der Art und dem Ausmaß Ihrer Makuladegeneration ab. Es gibt eine Reihe neuer Behandlungsansätze, die sich jedoch noch zum Teil im Stadium der klinischen Erprobung befinden und deren Wirksamkeit in vielen Fällen noch nicht eindeutig belegt ist. Hierzu zählen die Strahlentherapie, die Behandlung mittels Substanzen, die das Wachstum der einsprossenden Gefäße hemmen, die chirurgische Entfernung von Gefäßen und Blutungen, die operative Drehung der Netzhaut sowie die Laserbestrahlung nach Gabe einer Substanz, die die Gefäße für den Laserstrahl empfindlicher macht. Ob eine solche Behandlung bei Ihnen zu empfehlen ist, besprechen Sie mit Prof. Findl. Er wird Sie allerdings darauf hinweisen, dass eine tatsächliche Heilung bis jetzt mit keiner dieser Methoden möglich ist. Experimente mit einer künstlichen, elektronischen Netzhaut (Netzhaut-Chip) sind zur Zeit im Gang. Eine Anwendung am menschlichen Auge ist aber derzeit noch nicht möglich.
  • Wie wird die Makuladegeneration festgestellt?
    • Veränderungen in der Netzhautmitte kann Prof. Findl schon bevor noch Symptome auftreten diagnostizieren. Um festzustellen, wie fortgeschritten die Makuladegeneration ist, bedient er sich folgender Untersuchungsmethoden:
      • Untersuchung der Netzhautmitte (Makula)
      • Untersuchung mit dem Amsler-Netz (siehe unten)
      • Farbstoffuntersuchungen (sog. Fluoreszenzangiographie): Dabei werden nach Injektion eines Farbstoffes in eine Armvene abnormale Gefäße im Augenhintergrund fotografisch dargestellt.
  • Sehtest mit dem Amsler-Netz
    • Sie können die Funktion Ihrer Makula regelmäßig mit dem sogenannten "Amsler-Netz" testen. Damit können Sie frühe Veränderungen des Sehens feststellen, die Ihnen sonst nicht auffallen würden. Es genügt, diesen Selbsttest alle 2-3 Wochen durchzuführen.

      zum Sehtest
  • Welche Hilfsmittel können das Sehen verbessern?
    • Mit einer "stärkeren" Brille lässt sich höchstens im frühen Stadium der altersbedingten Makuladegeneration eine geringe Sehverbesserung erreichen. Es gibt aber spezielle Sehhilfen, die eine Vergrößerung des Bildes auf der Netzhaut bewirken. Da die Makula Millionen von Sinneszellen enthält und die Krankheit nur langsam fortschreitet, können noch über lange Zeit intakte Inseln bestehen bleiben. Solange es genügend sind, um z.B. eine vergrößerte Schriftzeile zusammenhängend zu erkennen, können optische oder elektronische Hilfsmittel dem Patienten das Lesen ermöglichen. Allerdings muss der Patient sehr viel Geduld aufbringen und den festen Willen haben, die anfangs erheblichen Schwierigkeiten zu überwinden.

      Je stärker diese Sehhilfen das Bild vergrößern, desto mehr engen sie das Gesichtsfeld ein. Doch wer immer gern gelesen hat, wird diese anstrengende Eingewöhnungszeit in Kauf nehmen und sich einen wichtigen Teil seiner Unabhängigkeit und Lebensqualität erhalten.

      Auch zum besseren Erkennen entfernter Objekte stehen für sehbehinderte Patienten Hilfsmittel zur Verfügung - z.B. um das Geschehen auf dem Bildschirm verfolgen zu können.

      Trotz der technischen Fortschritte auf dem Gebiet der vergrößernden Sehhilfen kommt längst nicht jeder Patient mit dem System zurecht, das theoretisch für ihn geeignet ist. Es genügt nicht, den Grad der Vergrößerung zu ermitteln, der im Moment günstig erscheint. Das Stadium und der weitere Verlauf der Krankheit sind ebenso entscheidend wie das Allgemeinbefinden des Patienten, seine Belastbarkeit, seine Motivation und seine Lebensgewohnheiten.
  • Führt die altersbedingte Makuladegeneration zur Erblindung?
    • Da die Sinneszellen, die außerhalb der Makula liegen, durch diese Krankheit nicht zerstört werden, bleibt dem Patienten das Orientierungsvermögen erhalten. Selbst im späten Stadium, wenn die zentrale Sehschärfe restlos verloren ist, kann er Kontraste und Umrisse wahrnehmen. Das heißt, dass diese Erkrankung nicht zur völligen Erblindung führt. Vor dem Gesetz gilt der Patient dennoch als blind und hat Anspruch auf Blindenhilfe.

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