Netzhautablösung
(Ablatio retinae).

Die Ursache für eine Netzhaut(NH)-Ablösung (=Abhebung, Ablatio retinae) sind meistens Löcher oder Risse in der Netzhaut, die sich nach einer hinteren Glaskörperabhebung gebildet haben. Es fließt Flüssigkeit durch das Loch unter die Netzhaut und diese wird abgehoben. Da die Netzhaut durch die darunterliegende Aderhaut mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt wird, kommt es bei einer Netzhautablösung zum Absterben der Netzhautzellen. Aus diesem Grund sollte eine Netzhautablösung möglichst rasch behandelt werden!

Symptome

Typische Symptome einer beginnenden Netzhautablösung sind plötzliches Auftreten von vielen schwarzen Punkten ("fliegenden Mücken" oder "mouches volantes"), Lichtblitzen oder einer Art undurchsichtiger "Vorhang", der sich wie eine Scheibe vor das Auge schiebt. Sollten Sie eine oder mehrere dieser plötzlich auftretenden Symptome bemerken, suchen Sie bitte sofort einen Augenarzt oder eine Augen-Ambulanz auf. Wenn der Netzhautriss früh genug diagnostiziert wird und die Netzhaut noch anliegend ist, reicht eine Laserbehandlung aus. Wenn die Netzhaut schon abgehoben ist, ist eine Operation notwendig.

Chirurgische Behandlung

Zur chirurgischen Behandlung einer NH-Ablösung gibt es 2 Verfahren, die Vitrektomie und die Plomben Operation:

Vitrektomie

In den meisten Fällen wird heute zur Behandlung einer NH-Ablösung eine Vitrektomie angewandt. Dabei wird der Glaskörper, der den Netzhautriss und damit die Ablösung verursacht hat, aus dem Auge entfernt. Diese Operation führt Prof. Findl meistens in örtlicher Betäubung (=Lokalanästhesie) durch, auf Wunsch kann sie aber auch in Narkose gemacht werden.

Bei dieser Operation wird über drei kleine Zugänge mittels kleiner Röhrchen (Trocharen), welche dünner als 1mm sind, der meist ohnedies verflüssigte Glaskörper ausgeschnitten und abgesaugt. Dann wird der Riss bzw. das Loch entweder mit Laser oder mittels Kältestift (Cryopexie) verschweißt, sodass in dem Bereich eine Narbe entsteht. Danach wird meistens eine Gasblase oder in selteneren Fällen Silikon-Öl im Auge belassen, abhängig vom Ausmaß und der Lokalisation der Risse. Nach der Operation sollte der Patient für 2-3 Tage den Kopf in einer speziellen Position, meist nach unten, halten (Bauchlage in der Nacht und Blick nach unten beim Sitzen), damit die Gasblase, die den NH Riss anpresst, möglichst effektiv wirken kann. Die Gasblase wird dann über die nächsten Wochen immer kleiner und ist nach 2 – 6 Wochen aufgelöst, abhängig von der Gasmischung, die angewandt werden musste. Solange noch eine Gasblase im Auge ist, sieht der Patient schlecht und sollte der Patient keine Flüge mit dem Flugzeug machen. Sollte Silikon-Öl verwendet werden müssen, muss dieses in einer zweiten Operation wieder entfernt werden, typischerweise 3 bis 6 Monate später, in manchen Fällen wird es sogar im Auge belassen.

Eine Nebenwirkung der Vitrektomie ist die Entstehung einer Linsentrübung, auch genannt Katarakt oder Grauer Star, welche typischerweise innerhalb von mehreren Monaten oder wenigen Jahren nach der Operation in fast allen Fällen auftritt und dann operiert werden sollte.

Plomben Operation

Diese Operation war vor zehn bis zwanzig Jahren das häufigste Verfahren zur Behandlung von NH-Ablösungen, wurde aber durch die oben beschriebene Vitrektomie zunehmend abgelöst. Sie wird meistens in Narkose durchgeführt. Ein kleines Schaumpölsterchen wird außen auf die Lederhaut (=Sklera) aufgenäht, manchmal muss ein Silikonband um das Auge gelegt werden, und dieses wird mit Nähten an der Sklera fixiert. Dadurch kommt es zu einer gezielten Eindellung der äußeren Augenhülle im Bereich des Lochs der Netzhaut, um den Zug des Glaskörpers am Loch zu vermindern. Danach muss zusätzlich eine lokale Kältebehandlung (Cryopexie) durchgeführt werden, um eine Vernarbung des Lochs einzuleiten. In manchen Fällen muss auch die Flüssigkeit unter der Netzhaut von außen punktiert werden.

Erfolgsaussichten

Die Erfolgsaussicht, dass mit der ersten Operation die Netzhaut dauerhaft anliegt, liegt bei ungefähr 85%. Mit weiteren Operationen können die meisten Fälle (ca. 97%) zum Anliegen gebracht werden. Die Prognose für das Sehen nach der Operation hängt stark von der Ausgangsituation vor der Operation ab. Patienten, bei denen die zentrale Netzhaut (=Makula) vor der Operation noch nicht abgelöst ist, haben die beste Prognose. Patienten mit einer totalen Ablösung haben eine schlechtere Prognose, vor allem wenn die Ablösung bereits länger besteht. In manchen Fällen können auch bereits Entzündungszeichen im Glaskörper sichtbar werden und die Netzhaut bereits teilweise geschrumpft sein, was die chirurgische Wiederherstellung wesentlich schwieriger macht und vor allem keine gute Sehfunktion nach der Operation, auch bei gelungener Operation, erwarten lässt.

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